Stille Reserven besser nutzen- Jugendliche Fachkräfte zurückholen
Arbeitsmarktpolitische Gespräche in Nordhorn
„Die Herausforderungen auf dem regionalen Arbeitsmarkt haben sich drastisch gewandelt. Mit einer Arbeitslosenquote von im Schnitt 3,4 Prozent stehen die Grafschaft Bentheim und das Emsland sehr gut da. Allerdings gibt es in einigen Bereichen gezielten Handlungsbedarf.“, dieses Fazit ziehen der CDU- Bundestagsabgeordnete Dr. Hermann Kues, die CDU- Landtagsabgeordneten Reinhold Hilbers, Heinz Rolfes und Bernd- Carsten Hiebing, der Leiter der Arbeitsagentur Nordhorn Achim Haming und sein Vertreter Michael Jacob nach einem Gespräch zum Jahresauftakt. Menschen mit Behinderungen profitierten beispielsweise noch nicht genug von der guten Arbeitsmarktentwicklung. Verstärkte Zielgruppenarbeit soll hier zu mehr Vermittlungen führen, gibt Haming einen Ausblick auf die Arbeitsschwerpunkte 2012.
Eine geringe Arbeitslosigkeit und ein hoher Bedarf an Arbeitskräften entspannen die Situation derjenigen, die sonst Probleme haben eine Anstellung zu finden, aber grundsätzlich. „In guten Zeiten bekommen vermehrt auch die eine Chance, die das gesuchte Profil mit einer kleinen Einschränkung erfüllen“, so Kues. Dies gelte in etwas abgewandelter Form auch für Ältere und Frauen, deren Wissen und Arbeitskraft zu oft als ungenutzte „Stille Reserve“ verschenkt werde. Man müsse analysieren, welche Hinderungsgründe sowohl auf Arbeitgeber- als auch auf Arbeitnehmerseite einer Anstellung im Wege stünden, so Kues weiter.
Insbesondere werden Fachkräfte in den Bereichen Maschinenbau und Technik, Kunststoff und Chemie, Gesundheit und Erziehung gesucht. „Wir müssen auch junge Leute halten oder nach dem Studium in die Region zurückholen. Hierfür gibt es bereits auf kommunaler Ebene entsprechende Projekte. Auch der Einsatz der Neuen Medien sollte nach ersten positiven Ergebnissen weiter voran getrieben werden“, sieht Reinhold Hilbers ein weiteres Arbeitsfeld. Für das Jahr 2011 präsentierte die Arbeitsagentur überzeugende Zahlen. Über die Hälfte der Kunden hätten binnen Jahresfrist wieder Arbeit gehabt. „Mit 117 Tagen Arbeitslosigkeit im Schnitt haben wir den besten Wert aller vergleichbaren Agenturbezirke“, so Geschäftsführer Jacob.18 Prozent der Arbeitslosen konnte sogar noch vor Beginn der Arbeitslosigkeit in neue Arbeit gebracht werden.„Das ist die beste Werbung für unseren Ansatz, die Arbeitslosen für den SGB III- Bereich über die Arbeitsagentur und für den SGB II- Bereich kommunal über Optionskommunen zu betreuen. Das Modell ist ideal für unsere Region.“, bewertet der CDU-Landtagsabgeordnete Heinz Rolfes die Entwicklung. „Ich begrüße, dass die Arbeitsagentur die Netzwerke im Rahmen des Arbeitsmarktmonitors weiter stärken will. Nur so können Lösungen schnell und passgenau gefunden werden.“, fügt Bernd- Carsten Hiebing hinzu.
