Ludwig Windthorst und die Kultur des Parlamentarischen

Artikel von Hermann Kues im Rheinischen Merkur 35/2009

Wir befinden uns in einem Super-Wahljahr  – 2009 stehen acht Kommunalwahlen, fünf Landtagswahlen, die Europa-, Bundestags- und Bundespräsidentenwahl auf dem Programm. Wahlen sind dabei immer mehr als politische Richtungsentscheidungen, sie sind Bekenntnisse zur parlamentarischen Demokratie an sich.  Wer nicht zur Wahl geht, gibt deshalb nicht nur seiner möglicherweise verständlichen Politik- oder Parteienverdrossenheit Ausdruck, sondern auch seiner Vergesslichkeit. Denn der Parlamentarismus ist keine Selbstverständlichkeit, obwohl wir uns an ihn gewöhnt haben. Seine wesentlichen Spielregeln wurden in den 1870er Jahren entwickelt. Wenige haben dabei so entscheidende Akzente gesetzt wie der Zentrumsführer und Abgeordnete von Meppen, Ludwig Windthorst (1812-1891), der heute zu Unrecht fast vergessen ist

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