Kues: „Staat kann Probleme nicht per Knopfdruck lösen.„

Kues: "Staat kann Probleme nicht per Knopfdruck lösen."

Pflichtuntersuchung für Kinder würde Eltern unter Generalverdacht stellen

Berlin.- "Das Problem von vernachlässigten oder misshandelten Kindern lässt sich nicht allein durch eine Pflichtuntersuchung bei Kinderärzten lösen.", so der Parlamentarische Staatssekretär Hermann Kues in der Berliner Phoenix Runde zum Thema: "Tod durch Verwahrlosung- Wer schützt unsere Kinder?".
Eine Pflichtuntersuchung könne nur punktuell wirken, außerdem stelle sie alle Eltern unter Generalverdacht, so Kues. Es bedürfe vielmehr eines breiteren Ansatzes, bei dem das Umfeld der Familien einbezogen wird. Frauen, bei denen es zu Problemen kommen könnte, sollen schon während der Schwangerschaft kontinuierlich begleitet werden. Dabei dürfe man sich nicht der Illusion hingeben, dass der Staat per Knopfdruck alle Probleme lösen könne, so Kues weiter. Es bedürfe der Einbindung von Jugendhilfe und Kirche in ein Netzwerk, um den schwindenden gesellschaftlichen Zusammenhalt aufzufangen. Das Fundament der Erziehung müsse in den Familien liegen. Dabei nimmt Kues auch die Väter verstärkt in die Pflicht: "In Deutschland werden Väter oft als nicht zuständig für die Erziehung ihrer Kinder angesehen." Diese Mentalität gilt es zu ändern, so Kues.



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