Kues: Kein Anlaß für neuerliche Standortsuche im Emsland, in der Grafschaft Bentheim oder anderswo
Kues: Kein Anlaß für neuerliche Standortsuche im Emsland, in der Grafschaft Bentheim oder anderswo
Ideologische Endlagerdiskussionen schaden
Berlin.- Für die Erkundung eines wissenschaftlich oder auch theoretischen, denkbaren Standortes für radioaktive Abfälle gibt es überhaupt keinen Anlaß. Dies erklärt der Lingener CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Hermann Kues, der auch Vorsitzender des CDU-Bezirksverbandes Osnabrück-Emsland ist, zu den Spekulationen über die Neuaufnahme von Erkundungen möglicherweise auch im Bereich der Grafschaft Bentheim oder des Emslandes.
Weder Kosten-, noch Umwelt- noch Sicherheitsaspekte sprächen für eine Neuaufnahme von diesbezüglichen Untersuchungen. Es ergebe keinen Sinn, nur wenige Kilometer entfernt von einem praktisch voll erschlossenen und tauglichen Standort kostspielige und langwierige neuerliche Erkundungen anzustellen, so Kues.
Im Bundestag sehe er keine Mehrheit für diesen Kurs. Die Union fordere die Aufhebung des Erkundungsmoratoriums zu Gorleben, das von der vorherigen Bundesregierung in einer rein ideologisch begründeten Entscheidung beschlossen worden sei, ergänzt Kues. Dies sei gemeinsame Position der Unionsfraktion im Bundestag und der unionsgeführten Länder. Das Problem sei zu ernst, um es ideologisch zu belasten. Damit schadeten wir den kommenden Generationen, die unser Zögern auszubaden hätten. Er, Kues, habe den Eindruck, die Kernenergiegegner fürchteten sich vor einem sicheren Endlager, weil dann die Angstblase von der Unbeherrschbarkeit der Atomenergie zerplatzen könnte.
Hintergrund der neuerlichen und wie Kues betonte völlig überflüssigen Spekulationen ist eine Studie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), die zusätzlich zu den bereits erfolgten Studien zur Eignung von Salz- und Kristallingesteinen als Wirtsgestein für die Endlagerung eine ergänzende Studie bezogen auf Tone bzw. Tonsteine vorgelegt hat. Diese Studie war 2003 von der damaligen rotgrünen Bundesregierung veranlaßt worden.
In der Studie werde eine potentiell geeignete Tonformation betrachtet, so der CDU-Politiker, die sich im wesentlichen beginnend unter der Grafschaft Bentheim über Osnabrück und Hannover im großen Bogen bis nach Schwerin erstrecke.
Die Studie, die Kues vorliegt, kommt zu dem Ergebnis, daß Tone zwar prinzipiell geeignet seien, daß sie aber gegenüber Salzstöcken entscheidende Nachteile habe. So sei die Temperaturbelastbarkeit wesentlich geringer und wegen der ungenügenden Eigenstabilität würden im Gegensatz zu den Salzstöcken Ausbaumaßnahmen für die Hohlräume erforderlich. Dies bedeute wesentliche höhere Erschließungskosten, stellt Kues fest. Als Fazit ziehe die BGR den Schluß, nur die so genannte "Staßfurt-Folge", zu der Gorleben gehöre, lasse optimale Ergebnisse Erkundungsergebnisse erwarten. Bei den Tongesteinen werde weder die Einstufung "untersuchungswürdig" noch "bedingt regional untersuchungswürdig" vergeben, so der Abgeordnete.
