Kues: Einschränkung des Lebensschutzes ohne Not

Kues: Einschränkung des Lebensschutzes ohne Not

Dr. Hermann Kues, MdB, Sprecher für gesellschaftliche Grundfragen im Zentralkomitee der Katholiken, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen, zeigt sich enttäuscht von der Entscheidung des Europarlamentes, Forschungsprojekte im Rahmen des 7. Forschungsrahmenprogramms mit embryonalen Stammzellen zu fördern:

"Die Interessen der Forschung haben sich leider gegenüber ethischen Bedenken durchgesetzt. Es wurde dabei verkannt, dass die menschliche Würde an die Unverfügbarkeit menschlichen Lebens gebunden ist. An diesem ethischen Beurteilungsmaßstab sollten die Grenzen des wissenschaftlich Möglichen gemessen werden. Die Entscheidung Forschungsprojekte, in denen menschliche Embryonen zerstört werden, auch durch deutsche EU-Gelder zu fördern, halte ich daher für sehr bedenklich.

Enttäuschend ist auch, dass ein Antrag auf eine Stichtagsregelung, ähnlich der deutschen Lösung, keine Mehrheit gefunden hat. Eine solche Regelung hätte festgelegt, dass Embryonen nicht zerstört, sondern nur bereits vorhandene Zellen vor einem Stichtag genutzt werden dürfen. Aus einer ethischen Perspektive wäre dies zumindest annehmbar gewesen, obgleich die komplette Einstellung der Embryonenforschung hier sicherlich die beste Lösung wäre. Das heutige Ergebnis ist hingegen eine bedauerliche Fortsetzung der bereits mit den bisherigen Programmen eingeleiteten Einschränkung des Lebensschutzes ohne jede Not.

Die im Deutschen Bundestag geführte leidenschaftliche Diskussion um die Nutzung menschlicher Embryonen ist und war völlig angemessen. Denn aktuelle Forschungsergebnisse zeigen: Bei adulten Stammzellen sind bereits jetzt sehr Ergebnisse sichtbar, die embryonale Stammzellenforschung hat hingegen weltweit noch keine Erfolge vorzuweisen."



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