Kues: Eigenheimzulage muß bleiben

Angesichts einer zunehmenden Lücke zwischen tatsächlichen und für den langfristigen Bedarf notwendigen Fertigstellungen von Wohnungen, aber auch und vor allem vor dem Hintergrund von nunmehr 4,3 Millionen Arbeitslosen schätzt es der hiesige CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Hermann Kues als unverantwortlich ein, das seit 1996 bewährte Mittel der Eigenheimzulage zur Disposition zu stellen, so wie es die Bundesregierung für die nächste Wahlperiode vorhabe.

Besonders bei den Mehrfamilienwohnhäusern sei auch im Emsland schon jetzt ein kontinuierlicher Rückgang der Genehmigungen zu beobachten. Die Anzahl habe sich seit 1999 fast auf ein Viertel reduziert, so Kues. Auch bei den Einfamilienhäusern gebe es diese Tendenz. Im Jahr 2001 seien die Genehmigungen um 6,8 Prozent gegenüber 2000 gesunken. Diese Tendenz würde durch die Streichung oder Reduzierung der Eigenheimzulage weiter verschärft, befürchtet der Christdemokrat. Bun-desweit seien in den ersten drei Quartalen die Baugenehmigungen und Fertigstellung von Ein- und Zweifamilienhäusern sogar um gut 15 Prozent zurückgegangen. Vor der Wahl 1998 habe die SPD noch jede Absicht geleugnet, die Erhöhung des Wohngeldes auf Kosten der Häuslebauer gegenzufinanzieren. Nach der Wahl sei dann der Vorkostenabzug ge-strichen worden und vor allem der Einkommensgrenzen der Eigenheim-zulage deutlich abgesenkt worden.

Dagegen seien bundesweit etwa 450.000 zusätzliche Wohneinheiten pro Jahr notwendig, um langfristig eine ausreichende Wohnversorgung zu ge-währleisten – eine Zielmarke, die die Bundesregierung mit nur 340.000 fertiggestellten Einheiten deutlich verfehlt habe. Da sei es kein Wunder, daß die Baukonjunktur lahme – mit fatalen Folgen für den ohnehin arg strapazierten Arbeitsmarkt. Der anhaltende Rückgang im Wohnungsbau habe den Verlust von gut einer halben Million Arbeitsplätzen zur Folge ge-habt, so der Unionspolitiker abschließend.
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