Jugendpolitik heißt nicht nur Krisenbewältigung
"Die Leitidee unserer Jugendpolitik, keinen jungen Menschen zurückzulassen, sondern allen gleichermaßen gesellschaftliche Teilhabechancen zu eröffnen, ist eine direkte Anleihe an Don Bosco. Don Bosco ist heute moderner denn je", so der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesjugendministerium, Dr. Hermann Kues, in seiner Rede anlässlich des vom Salesianerorden organisierten Don- Bosco-Forums in Bonn.Jugend sei heute "schwieriger" geworden, als früher. Den Heranwachsenden fehlten in einer pluralen Gesellschaft die Leitbilder. "Die Jugend sucht Orientierung. Hier hat kirchliche Jugendarbeit eine Leuchtturmfunktion", so Kues.
Gleichzeitig mahnte Kues, man dürfe Jugendpolitik nicht nur unter dem Aspekt der Krisenbewältigung sehen. Jugendliche mit Problemen bedürften einer besonderen Aufmerksamkeit. Man müsse Schwerpunkte setzen, wenn es Jugendliche schwerer hätten als andere. Man müsse aber auch bei den überdurchschnittlich Begabten und Engagierten ansetzen. "Und wir dürfen die "normalen", die stabilen Jugendlichen nicht vergessen", fordert Kues. Sie seien die Mehrheit im Land, die in Zukunft maßgeblich unsere Gesellschaft gestalten werde.
Es sei wichtig, Kinder und Jugendliche stark zu machen, ihnen Werte und Vertrauen zu vermitteln. Die Familie sei der erste Ort für diese Erfahrungen. Frühe Bildung sei ein weiterer wichtiger Aspekt. Aber auch ehrenamtliches Engagement fördere Verantwortung und Mitgefühl. "Jugendliche lernen hier einen Blick für die Bedürfnisse Anderer zu entwickeln, dort zuzupacken, wo Hilfe gebraucht wird". Dies halte die Gesellschaft zusammen.
